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2017-03-28

#einefragedesdesigns: Tim Raue

Tim Raue ist Berliner durch und durch und gilt heute als einer der bekanntesten deutschen Köche. Mit stilwerk spricht er über seine Anfänge, Inspiration und Helden.

Tim Raue (Foto: Netflix)

Tim Raue, 1974 in der Hauptstadt geboren und im Stadtteil Kreuzberg aufgewachsen, ist Berliner durch und durch. Als Jugendlicher zog er noch mit der Straßenbande „36Boys“ um die Häuser, bevor er seine Ausbildung zum Koch begann. Im Alter von 23 Jahren schaffte der ehrgeizige Raue den Sprung in die Sterneküche und übernahm im Restaurant Rosenbaum die Stelle des Küchenchefs. Es folgten die Berliner Kaiserstube, das E.T.A. Hoffmann Hotel Riehmers Hofgarten, das Restaurant 44, das Restaurant MÂ sowie zahlreiche Auszeichnungen, darunter „Aufsteiger des Jahres“ (2005) und „Koch des Jahres“ (2007).

2010 starte Tim Raue schließlich mit seinem ersten eigenen Restaurant und unter eigenen Namen durch. Und das mit Erfolg: Nur drei Monate nach der Eröffnung wurde das Lokal in der Rudi-Dutschke-Straße mit dem ersten, 2012 dann auch mit einem zweiten Stern des Guide Michelin ausgezeichnet. 2013 folgten gleich zwei weitere Restaurants: Das „SRA BUA by Tim Raue“ im Kempinski Hotel Adlon mit asiatischem Fokus und das Restaurant „la soupe populaire timraue“, welches überwiegend deutsche und preußische Gerichte serviert. 2016 zog es Raue  neben Berlin auch nach München und Konstanz wo er mit der „Brasserie Colette Tim Raue“ französisches Flair verbreitet.

Aktuell ist Tim Raue auch in der Netflix-Serie „Chef’s Table“ zu sehen. Das Dokumentationsformat von Regisseur David Gelb zeigt, inzwischen bereits in der dritten Staffel, die weltweit renommiertesten Starköche und bietet einen Insiderblick in den Alltag und die Küchen dieser kulinarischen Ikonen.  Mit stilwerk spricht der Berliner Ausnahmekoch über seine Anfänge, Inspiration und Helden.

Initialzündung?
Ich habe das Kochen erst später wirklich mit Begeisterung zelebriert, anfangs war es einfach ein Beruf, bei dem ich kaum kreieren durfte. Als ich dann schon ein sehr gut bewerteter Küchenchef war, kam der Moment in dem ich mich fragte: „Was will ich mit meinen Gerichten ausdrücken?“ Die Antwort war einfach: Meine Persönlichkeit, meine Leidenschaft und vor allem wollte ich etwas Einzigartiges schaffen.

Liebestes Designstück im Alltag?
Mein personalisiertes Goyard-Portemonnaie. Jedes Mal wenn ich es sehe, erfreue ich mich an dem visuellen Eindruck.

Lieblingsplatz zu Hause?
Da ich eher selten zuhause bin, mein Bett. Nirgendwo schlafe ich so gut.

Kreativster Ort?
Grundsätzlich bin ich nur kreativ, wenn ich den Kopf frei habe. Das kann überall auf dem Planeten sein. Die Kunst ist es, dass ich mich dann komplett auf das Kreieren von Speisen konzentrieren kann. Ohne jegliche Ablenkung.

Helden?
Ich bewundere Menschen, die ihren eigenen Pfad definiert haben, die sich über Konventionen hinweg setzen und Neues schaffen. Marco-Pierre White war in den 1990ern in England jemand, der mit seinem Kochbuch „White Heat“ einen Blick hinter die Kulissen ermöglichte. Er beschrieb darin den Ton in der Küche, man spürte seine Besessenheit. Ich konnte diesen Ehrgeiz, diesen absoluten Wunsch erfolgreich zu sein, förmlich spüren und er war ebenfalls davon überzeugt, das Talent überwertet ist, das der brennende Ehrgeiz einen voranbringt.

Stil?
Aromatisch intensiv, puristisch, pragmatisch.

Traumprojekt?
Es werden hoffentlich noch ein paar Projekte in meinem Leben kommen. Bisher bin ich sehr stolz auf die Kochbücher, die bis dato erschienen sind, meine Biografie, und die Dinge, die ich gestalten durfte. Darunter vor allem die aktuelle Serie „KOLIBRI", die ich in Kooperation mit ASA Selection entworfen und gestaltet habe. Und natürlich die Restaurant-Interieurs, die ich mit Bruzkus & Batek und meiner Geschäftspartnerin Marie-Anne Raue über die letzten Jahre kreiert habe.

Lieblingsessen?
Thailändisch, kantonesisch oder japanisch kann ich immer essen.

#einefragedesdesigns

Das Restaurant „Tim Raue" ist mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet und wurde gemeinsam vom Küchenchef und dem Büro Bruzkus & Batek gestaltet (Foto: Wolfgang Stahr).
(Foto: Netflix)
(Foto: Netflix)
Die Brasserie „Chez Collete" in München gestaltete Tim Raue gemeinsam mit dem Büro Bruzkus & Batek (Foto: Nils Hasenau).

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