Ein eindrucksvolles Beispiel für umsichtige Hafenrandsanierung. Die Geschichte der ehemaligen Mälzerei begann bereits 1642. Der dänische König Christian I. erteilte dem damaligen Eigentümer des Grundstücks das Bauprivilegium. 1875 übernahm Georg Wilhelm Naefeke das Gebäude und etablierte dort seine Malzfabrik. Das große Mälzereigebäude entstand 1907 als eine der ersten Stahlbetonskelett-Konstruktionen Deutschlands mit der für diese Zeit typischen Backsteinfassade. Die mit Blendbögen und Schmuckbändern verzierte Fassade zeugt vom wirtschaftlichen Wohlstand der damaligen Zeit. Der letzte große Umbau fand 1961/62 statt, als die Firma Naefeke im Innenhof ein großes Silo errichtete. Nachdem dieses 1995 wieder abgerissen wurde, schien der dort entstandene Platz wie geschaffen für eine glasüberdachte und durch alle Geschosse führende Eingangshalle.
Die drei prägenden Jahreszahlen 1642, 1875 und 1907 werden auf denkmalgeschützten Wandfliesen im Eingangsbereich des heutigen stilwerk gewürdigt. Nachdem die Malzfabrik erst im Herbst 1992 ihren Betrieb aufgab, im Übrigen eines der letzten Industriedenkmäler der Hansestadt, wurde das stilwerk 1996 fertig gestellt. Ein bedeutungsvolles Jahr für das Gebäude. Heute ist das stilwerk ein großes Handels-, Kommunikations- und Kulturzentrum in einem Gebäude, das seit 1994 unter Denkmalschutz steht. Dement- sprechend hatte das Objekt bis zu dieser Wandlung strenge Auflagen zu erfüllen. Die dabei entstandenen Übergänge zwischen unterschiedlich alten Gebäudeteilen sind gewollt zu erkennen und architektonisch wertvoll.












