Review stilwerk Trendtalk
Drei stilwerk Trendtalks gaben Einblick in die Sicht der jungen Avantgarde, vertreten durch die Designer Arik Levy, Harald Gründl und Jaime Hayon. Als Vertreter der aktuellen Designtrends, wie sie in der 3. stilwerk Trendstudie beschrieben sind, trafen sich die Designer zum Gespräch mit Birgit Gebhardt, interviewt von Petra Schwab und Tyler Brulé.
Das Publikum hatte das Vergnügen, auf den stilwerk Trendtalks in Düsseldorf, Hamburg und Berlin drei vollkommen unterschiedliche Designer und ihre Sicht auf die aktuellen Strömungen kennenzulernen. Falls Sie nicht dabei sein konnten, hier unser Resümee zum Trendtalk Düsseldorf:
Arik Levy – Digital Meets Industrial Design
Der französische Designer Arik Levy hat nicht schlecht gestaunt, als ihm ein Hersteller neulich ein Briefing vorlegte, das direkt aus der 3. stilwerk Trendstudie des Trendbüros zu stammen scheint. Mehr als 30 Möbel oder Objekte hat er in Mailand bei unterschiedlichen Herstellern präsentiert. Ein paar Einzelobjekte hat Trendbüro in der stilwerk-Studie dem Stil „Archaic Nature“ zugeordnet, die meisten Entwürfe jedoch zahlen auf den Trend „Hybrid Living“ ein, in dem kristalline Strukturen die Auflösung von Zwei- und Dreidimensionalität beschreiben und damit ein Spiel beginnen zwischen Fläche und Raum, innen und außen, Molekülstruktur und realen Größen. Levy, der selbst noch „analoges Entwerfen“ gelernt hat, meint, dass das Gefühl für Proportion in dem computergenerierten Entwurfsprozess verloren gehe. Dennoch biete der Computer über Renderingmodelle eine Entwurfshilfe, die bis zum (Rapid Prototyping-)Modellausdruck genial und nicht mehr wegzudenken sei. Seiner Meinung nach bildet der Trend „Hybrid Living“ in seinen kristallin angelegten Formen genau diese Rendering- und Computerbegeisterung ab. Birgit Gebhardt stimmt zu, dass die Formensprache klar auf den Rechner verweist, aber erstmals nicht in limitierter Weise, sondern verdeutlicht, dass sich Gestaltung auf eine neue Ebene der freien Formen begeben wird. Sie meint, dass die bisherigen Grenzen des Designs hinsichtlich industrieller Fertigung durch die digitalen Prozesse erweitert werden und künftig ein noch ungekanntes Formenspektrum erahnen lassen. Was der Beliebigkeit im Design dann entgegenzusetzen sei, beschäftigt die beiden im Gespräch mit dem Publikum. Der These von Trendbüro, dass durch die vernetzten Produktionsmöglichkeiten der Designer künftig mehr von seiner Hoheit abgeben und den Kunden oder individuelle Wünsche von außen zulassen muss, mag sich Levy noch nicht anschließen. Das Publikum, das nach der gesellschaftlichen Interpretation seiner Entwürfe fragt, erkennt in ihm einen künstlerisch kreativ sprudelnden Designer, der den aktuellen Spagat zwischen Design und Kunst noch mit deutlicher Schlagseite zum Industrial Design vollzieht.

von Eva Bargon, Trendbüro
http://www.trendbuero.de













